Mein Schiff Upgrade: So funktioniert das neue Gebotsverfahren für bessere Kabinen
Vor ein paar Tagen lag bei uns eine Mail von TUI Cruises im Postfach: „Schnell sein lohnt sich: Geben Sie gleich Ihr Gebot ab.“ Im November geht's für uns mit der Mein Schiff Flow ab Kiel los, gebucht haben wir eine Innenkabine. Und jetzt können wir auf eine bessere Kabine bieten.
TUI Cruises hat ein neues Upgrade-Programm gestartet. Statt eines festen Aufpreises gebt ihr selbst ein Gebot ab, und die Reederei entscheidet, ob es reicht. Wir haben das komplett durchgespielt und zeigen euch, wie es abläuft, welche Beträge möglich sind und was ihr beachten solltet.
Was ist das Mein Schiff Upgrade? 🛳️
Kurz gesagt: eine Auktion für freie Kabinen. Wenn auf einer Reise höherwertige Kabinen frei bleiben, verkauft TUI Cruises sie lieber mit Aufpreis an Gäste, die schon an Bord sind, als sie leer fahren zu lassen. Ihr sagt, was euch das Upgrade wert ist, und mit etwas Glück zieht ihr um.
Technisch steckt übrigens nicht TUI Cruises selbst dahinter. Unten auf der Gebotsseite steht „Bereitgestellt von Plusgrade“. Der kanadische Dienstleister betreibt solche Gebotssysteme für viele Airlines. Wer schon mal bei einem Flug auf Business Class geboten hat, kennt das Prinzip. Alle offiziellen Details zum Upgrade-Programm findest du auf https://www.meinschiff.com/de/kabinen/upgrade *
Das Verfahren gibt es auch bei der Schwestermarke Hapag-Lloyd Cruises, also auf der Europa, der Europa 2 und den Hanseatic-Expeditionsschiffen.
So läuft das Upgrade ab: Schritt für Schritt
1. Die Einladung per E-Mail
Nicht jeder kann mitbieten. Nur Gäste mit "teilnahmeberechtigten" Buchungen bekommen eine Mail. Laut TUI Cruises geht das ab etwa 125 Tagen vor Reisebeginn los. In unserer Mail standen Schiff, Abfahrtsdatum, die gebuchte Kabinenkategorie und die Vorgangsnummer, dazu ein Button „Jetzt Gebot abgeben“.

2. Die Gebotsseite
Mit einem Klick landet ihr auf der Seite „Kabinen-Upgrade sichern“. Oben seht ihr eure aktuelle Buchung, bei uns die Innenkabine mit 17 m². Darunter stehen alle Kategorien, auf die ihr bieten könnt, jede mit eigenem Schieberegler.

Bei uns waren das sieben Kategorien. Hier die Spannen, die uns angezeigt wurden:
| Kategorie | Mindestgebot | Höchstgebot |
|---|---|---|
| Außenkabine | 60 € | 260 € |
| Balkonkabine | 80 € | 560 € |
| SPA Balkonkabine | 300 € | 980 € |
| Familienkabine Außen | 340 € | 1.160 € |
| Verandakabine | 400 € | 1.340 € |
| Premium Verandakabine | 480 € | 1.640 € |
| Junior Suite Balkon | 580 € | 1.940 € |
Wichtig: Alle Beträge gelten pro Kabine, nicht pro Person. Wir reisen zu zweit, ein Gebot von 80 € sind für uns also 40 € pro Kopf. Die Spannen hängen natürlich von Reise, Ausgangskabine und Auslastung an Bord ab. Bei euch können sie ganz anders aussehen.
3. Die Angebotsstärke-Anzeige 📊
Das Spannendste: Sobald ihr den Regler bewegt, zeigt euch das System an, wie "gut" euer Gebot ist. Wir haben das an der Außenkabine ausprobiert:
- 60 € → „Gering“ (1 von 5, rot)
- 140 € → „Gut“ (3 von 5, gelb)
- 260 € → „Hervorragend“ (5 von 5, grün)
Das ist keine Garantie, aber eine gute Orientierung. Mit „Gering“ braucht ihr schon eine Menge Glück.



4. Mehrere Gebote gleichzeitig
Ihr könnt auf mehrere Kategorien gleichzeitig bieten. Unten in der Leiste steht dann zum Beispiel „Sie haben 6 Angebot(e) ausgewählt“. So könnt ihr eure Chancen streuen, etwa ein mutiges Gebot auf die Verandakabine und ein realistisches auf den Balkon.
5. Gebot verifizieren mit Kreditkarte 💳
Über „Weiter zur Prüfung“ geht's zum Abschluss. Hier müsst ihr eine Kreditkarte angeben (Visa, Mastercard oder Amex). Das hat uns im ersten Moment stutzig gemacht. Die Karte dient aber nur zur Verifizierung und wird nicht belastet. Rechts steht auch deutlich: „Für heute fälliger Betrag: 0 €“.
Wird euer Gebot angenommen, zahlt ihr den Aufpreis nach der Umbuchung über das Zahlungsmittel, das ihr bei der Buchung hinterlegt habt. Dann noch die Teilnahmebedingungen bestätigen, fertig.

6. Bestätigung und Warten
Direkt danach kam die Mail „Ihr Gebot wurde erfolgreich eingereicht“ mit einer Übersicht und einem Button „Ändern/Stornieren“. Auf der Gebotsseite ist die Kabine jetzt mit „Gebot abgeben“ markiert, und ihr könnt euer Gebot stornieren oder anpassen.

Ändern könnt ihr bis spätestens 3 Tage vor Reisebeginn, solange das Gebot noch nicht angenommen wurde. Sobald es den Status „Ausstehend“ oder „Angenommen“ hat, geht nichts mehr. Spätestens 2 Tage vor Abfahrt erfahrt ihr, ob es geklappt hat. So oder so kommt eine Mail.
Unser Gebot 🤞
Wir haben es erst mal mit 80 € auf die Balkonkabine versucht, also dem Mindestgebot. Die Anzeige sagt „Gering“, das wissen wir. Aber für 40 € pro Person von innen auf den Balkon? Wenn's klappt, freuen wir uns. Wenn nicht, fahren wir entspannt in unserer Innenkabine. Selbst wenn wir eine "Spannerkabine" bekommen, wäre es im Vergleich zur Innenkabine wohl immer noch kein schlechter Deal.
Das Kleingedruckte ❗
- Kein Upgrade ist garantiert. Vergeben wird nur, was an Kabinen frei ist.
- Kabinenlage und Deck könnt ihr euch nicht aussuchen. Die neue Kabine kann auch auf einem niedrigeren Deck liegen als eure alte.
- Mitreisende werden getrennt behandelt. Reist ihr mit Freunden oder Familie auf mehreren Buchungen, wird jede Buchung einzeln geprüft. Es kann also passieren, dass nur eine Kabine ein Upgrade bekommt.
- Wird euer Gebot abgelehnt, ändert sich nichts. Ihr reist in eurer gebuchten Kategorie und zahlt nichts extra.
- Ihr erfahrt es erst sehr spät. Mit bis zu 2 Tagen Vorlauf müsst ihr damit leben, dass ihr bis kurz vorher nicht wisst, in welcher Kabine ihr landet.
Unsere Tipps fürs Bieten 💡
- Schaut euch den aktuellen Aufpreis an. Prüft auf der Website, was die höhere Kategorie für eure Reise gerade kostet. Euer Gebot sollte ein gutes Stück darunter liegen, sonst lohnt sich das Pokern nicht. Wenn der reguläre Aufpreis schon fast so niedrig ist wie euer Gebot, bucht lieber direkt um.
- Denkt pro Kabine, nicht pro Person. Gerade zu zweit wirken die Beträge oft höher, als sie sind.
- Bietet nur, was ihr auch zahlen wollt. Wird das Gebot angenommen, wird ohne weitere Rückfrage abgebucht.
- Nutzt die Stärke-Anzeige. „Gut“ ist oft ein fairer Kompromiss zwischen Chance und Preis.
- Achtet auf die Unterschiede zwischen den Kategorien. Balkon und SPA-Balkon sind bei uns gleich groß, das Mindestgebot liegt aber 220 € auseinander. Schaut unter „Ausstattung ansehen“, was euch wirklich wichtig ist.
Fazit
Das Mein Schiff Upgrade macht aus leeren Kabinen ein kleines Glücksspiel, und das finden wir erst mal fair. Ihr riskiert nichts, zahlt nur bei Erfolg und bestimmt den Preis selbst. Wenn ich bereits etwas über einer Innenkabine gezielt gebucht hätte (eine bestimmte Balkonkabine z.B) wäre ich vorsichtig, denn die neue Kabine wird per Zufall zugewiesen. Kann also von der Lage her auch ein Downgrade sein (Thema "Spannerkabinen")
Ein Schnäppchen-Garant ist das Programm also nicht. Wer unbedingt Balkon will, sollte ihn buchen. Wer sich aber auch mit der gebuchten Kabine wohlfühlt und ein paar Euro fürs Glück übrig hat, sollte die Mail nicht ignorieren.
Wie wir das mit Upgrades bei AIDA erlebt haben, lest ihr hier: Wie erhältst Du ein Upgrade für Deine AIDA Kabine?
Für mehr Informationen besuche die offizielle Seite von Mein Schiff zum Upgrade-Programm. Dort findest du auch die ausführlichen Teilnahmebedingungen:
Häufige Fragen
Kann jeder Gast mitbieten?
Nein, nur Gäste mit teilnahmeberechtigten Buchungen, die eine Einladung per Mail bekommen.
Wird meine Kreditkarte belastet?
Nein. Sie dient nur zur Verifizierung. Bezahlt wird erst bei einem angenommenen Gebot, und zwar über das Zahlungsmittel aus eurer Buchung.
Gilt das Gebot pro Person?
Nein, pro Kabine.
Bis wann kann ich mein Gebot ändern?
Bis 3 Tage vor Reisebeginn, solange es noch nicht angenommen wurde.
Wann weiß ich, ob es geklappt hat?
Spätestens 2 Tage vor Abfahrt per E-Mail.
Habt ihr schon auf ein Mein Schiff Upgrade geboten? Schreibt uns in die Kommentare, wie hoch ihr gegangen seid und ob es geklappt hat! 😊
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